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Aktuelles

Dr. Arief Budiman Thong zuständig für Hygiene

Der erfahrene Facharzt hat seine Weiterbildung zum Krankenhaushygieniker abgeschlossen.

Immer wieder sind die Gefahren ein Thema, die von „Krankenhauskeimen“ ausgehen. Die Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für Mikroorganismen, die während eines stationären Krankenhausaufenthaltes eine Infektion auslösen können. Beim Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) allerdings wird Patientensicherheit ganz großgeschrieben. Hier sorgt ein ärztlicher Spezialist dafür, dass die Menschen im Krankenhaus, oft Schwerkranke oder Senioren mit einem geschwächten Immunsystem, vor Infektionen verschont bleiben: Dr. Arief Budiman Thong, der „Krankenhaushygieniker“, der von einem Hygiene-Expertenteam unterstützt wird.

Dr. Thong, Oberarzt der Anästhesie, hat über die Landesärztekammer zwei Jahre lang eine entsprechende Weiterbildung absolviert und darf nun die ärztliche Zusatzbezeichnung „Medizinhygiene“ führen.

Der 41-Jährige ist ein sehr erfahrener Mediziner, Facharzt und einer der Leitenden Notärzte im Landkreis. „Hohe Hygienestandards, wie wir sie in unserer Klinik erfüllen“, sagt Thong, „sind von zentraler Bedeutung für das Patientenwohl. Das steht bei uns über allem.“ Das ist auch der Grund, warum das KLT nun einen versierten Oberarzt mit diesem Aufgabenbereich betraut. Üblich war es in kleinen und mittleren Krankenhäusern der Vergangenheit, dass so genannte „Hygienefachkräfte“ aus dem pflegerischen Bereich im Kampf gegen Keime auf sich alleine gestellt waren.

Nun kümmert sich Dr. Thong als Krankenhaushygieniker gemeinsam mit den Hygienefachkräften des KLT um alle Fragen, die mit der Erkennung, Behandlung und Prävention von Infektionen zu tun haben. Insbesondere die Vermeidung von Infektionen ist im Krankenhaus ein zentrales Thema. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist daher die Kontrolle der bakteriologischen Überwachung aller Bereiche. Es müssen präzise Hygienepläne erstellt werden, die festlegen, wie, mit welchen Mitteln und von wem wie oft alle Bereiche so gereinigt werden, dass bakterielle Verschmutzungen vermieden werden. Durch bakteriologische Probenahmen wird überprüft, ob diese Maßnahmen wirksam sind. Kommt es zu Infektionen, muss analysiert werden, wie es dazu kam und vor allem, welche Faktoren zukünftig vermieden oder verbessert werden können, um weitere Infektionen zu vermeiden.

Müssen Patienten aufgenommen werden, die bereits unter einer Infektion leiden oder aber wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Patient mit einem resistenten Keim besiedelt ist, müssen Maßnahmen getroffen werden, um eine Ausbreitung der Infektion auf andere zu vermeiden. Wiederholte Schulungen aller Mitarbeiter stellen ein wichtiges Element dar, das Wissen über Hygienemaßnahmen auf einem aktuellen Stand zu halten.

Dr. Thongs Funktion bringe viel Verantwortung mit sich, betont Personaldirektor Oliver Butsch – nicht Jeder komme für diese Funktion in Frage, schon gar nicht ein Berufsanfänger. Tatsächlich ist Voraussetzung, um Krankenhaushygieniker zu werden, dass man bereits in einem Krankenhaus als Facharzt praktisch tätig ist, also langjährige Erfahrung im täglichen Krankenhausbetrieb hat. Die Zeit der Fortbildung ist anstrengend. Thong musste insgesamt sechs theoretische Unterrichtsblöcke sowie Praktika im krankenhaushygienischen Labor, im Gesundheitsamt und in einer ärztlich geleiteten Abteilung für Krankenhaushygiene absolvieren. Und viel lernen. Das hat der Vater noch kleiner Kinder, immer dann gemacht, wenn der Nachwuchs dann abends im Bett war.

In seiner neuen Eigenschaft als Hygieniker ist Dr. Arief Thong auch als Manager gefragt, gilt es doch, neue oder verbesserte Hygienemaßnahmen auch organisatorisch umzusetzen. Will man zum Beispiel ein neues Händedesinfektionsmittel einsetzen, reicht es keineswegs, das Mittel einfach zu bestellen. Vielmehr muss sichergestellt werden, dass das Mittel die richtige Wirkung und Zusammensetzung hat, und dass es möglichst für alle Mitarbeiter verträglich ist. Des Weiteren es muss geklärt werden, wie und wo es verteilt wird, wie es angewendet wird, dass der Verbrauch dokumentiert wird und dass alle Mitarbeiter über alle diese Schritte informiert werden. Dies gilt in gleicher Weise für alle Maßnahmen, Vorschriften oder Anweisungen, die geändert und angepasst werden müssen.

Apropos Händedesinfektion: Dieses Thema unterstreicht, dass das KLT schon immer höchsten Wert auf Hygiene gelegt hat. Das unterstreicht der erneute Erwerb des Silberzertifikats der „Aktion Saubere Hände“, einer gemeinsamen Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit, des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und anderer Institutionen. Das Klinikum Landkreis Tuttlingen lässt sich hier seit 2016 auf freiwilliger Basis zertifizieren. „Und die Rezertifizierung ist ganz bestimmt kein Selbstläufer“, versichert KLT-Hygienefachkraft Alexandra Seidel. Die Kriterien des Audits, meint sie, bieten einen guten Überblick über die gelebten Anstrengungen, die ein Krankenhaus unternimmt, um seine Standards rund um die hygienische Händedesinfektion zu halten oder kontinuierlich zu verbessern.

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