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Große Fortschritte in der Brustkrebstherapie

Podiumsgespräch in der Reihe "Ärzte im Dialog" kam bei den Besuchenden sehr gut an, da sich zwischen den Experten ein lebhafter Austausch entwickelte, der den neusten medizinischen Stand widerspiegelte.

Die Brustkrebsforschung hat in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte gemacht, insbesondere in den Bereichen personalisierte Medizin, Immuntherapien und gezielte Medikation. Darüber sprachen im Zuge der Reihe „Ärzte im Dialog“ Gabriele Stalzer, ärztliche Leitung des Brustzentrums am Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) und Privatdozent Dr. Dominik Schnerch, der die onkologische Praxis im Klinikum betreibt. Der Onkologe und Hämatologe deckt mit seinem Onkologischen Zentrum Schwarzwald-Baar-Heuberg für die Landkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar ab. Am Gespräch vor einem sehr interessierten Publikum nahm auch Nadja Hensch vom Sozialdienst des Klinikums teil.

Das Format des Podiumsgesprächs kam bei den Besuchenden sehr gut an, da sich zwischen den Experten ein lebhafter Austausch entwickelte, der den neusten medizinischen Stand widerspiegelte. Dr. Schnerch, der vor seiner Praxistätigkeit längere Zeit in der Forschung gearbeitet hat, machte deutlich, dass individualisierte Behandlungskonzepte im Zuge der systemischen Therapie zu sehr guten Behandlungsergebnissen führen. Der Onkologe arbeitet eng mit Gabriele Stalzer zusammen. Beide Ärzte erklärten, wie umfassend und gut Patientinnen im Tuttlinger Brustzentrum betreut werden: Frauen mit der Diagnose Brustkrebs erhalten hier sehr schnell einen Termin. Dann entwerfen Spezialisten im so genannten „Tumorboard“, einer interdisziplinären Expertenrunde, die in der Regel aus Brustoperateuren, internistische Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen besteht, den bestmöglichen Behandlungsplan für die jeweilige Patientin.

Gabriele Stalzer, eine überaus erfahrene Brustkrebsspezialistin und Operateurin, machte deutlich, dass die Krankheit in unterschiedlichsten Formen auftritt, die jeweils einen individuellen Behandlungsansatz erforderten. So könne es sein, erklärte Dr. Dominik Schnerch, dass vor einer OP womöglich eine Chemotherapie gegeben werde, um den Tumor zu verkleinern, bevor er entfernt wird. Dabei sei die Chemotherapie heute sehr viel besser verträglich als früher. Patientinnen schonend wird auch im Operationssaal gearbeitet; hier kommen am KLT neuste Verfahren zu Anwendung. In den meisten Fällen kann brusterhaltend operiert werden. Wichtig ist der anschließende Befund des Pathologen, der den entfernten Tumor analysiert – davon wird die anschließende medikamentöse Therapie abgeleitet.

In diesem Kontext findet Dr. Schnerch neuste Forschungsergebnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg „extrem spannend“: Dort ist es vor kurzem erstmals gelungen, im Blut zirkulierende Brustkrebszellen auszufiltern. Dadurch konnte der Signalweg entschlüsselt werden, der Krebszellen Überleben und Therapieresistenz sichert. So entwickelten die Krebsforscher einen Ansatz, um Tumorzellen im Laborexperiment gezielt auszuschalten. Große Fortschritte verspricht sich Dr. Schnerch auch von einem Durchbruch amerikanischer Krebsforscher, denen es an der Universität Pennsylvania gelungen ist, „ruhende“ Tumorzellen gezielt zu behandeln, aus denen Metastasen entstehen können. Es werde allerdings noch ein paar Jahre dauern, da sind sich Schnerch und Stalzer einig, bis diese Ergebnisse in therapeutischen Programmen umgesetzt werden können.

Gabriele Stalzer betonte, dass man auch vor Ort sehr modern therapiere und Weiterbildung daher eine wichtige Rolle spiele. Sie nutzte das Podiumsgespräch außerdem, um deutlich zu machen, dass am Tuttlinger Brustzentrum, bezogen auf die Patientenbetreuung, „alles so weiter gehen wird wie bisher“. Vor kurzem hatte das Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen informiert, dass die langjährige Kooperation mit dem Brustzentrum des KLT endet, nachdem sie fristgerecht bereits vor einem Jahr gekündigt worden war. Dies sei insoweit keine aktuelle Neuigkeit und keineswegs eine Sensation, wie es in Medienberichten verzerrt dargestellt worden sei. Zur Trennung der beiden Partner hatte im Übrigen die Zertifizierungsstelle dringend geraten, da künftig auch in kooperativen Zentren jeder Partner alle Anforderungen für sich erfüllen muss und damit ein wesentlicher Nutzen einer solchen Struktur entfällt. Sie werde auch weiterhin „mit den Kollegen in Villingen-Schwenningen zusammenarbeiten“, meinte die Ärztin, die seit Mitte letzten Jahres in Tuttlingen wirkt und der es gelungen ist, das Brustzentrum in dieser Zeit hervorragend eigenständig aufzustellen.  

 

 

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