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Vortragsreihe "Ärzte im Dialog"
Nächste Veranstaltungen am Mittwoch, 25.02.2026, 19.00 Uhr: "Hilfe, mein Po tut weh! - Antworten auf Fragen, die keiner zu stellen wagt", Vortrag mit Valery Kravtsunov, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Die Veranstaltung findet im Konferenzraum des Klinikums in Tuttlingen statt. Bitte melden Sie sich an.
Großes Interesse an Arbeit der Kardiologie
Doppelter Doppelvortrag in Gosheim und im Tuttlinger Aesculapium: Dr. Schumm und Dr. Maier klären über die koronare Herzkrankheit auf.

Großes Publikumsinteresse rief der doppelte Doppel-Vortrag der Kardiologinnen Dr. Julia Schumm und Dr. Corinna Maier im Zuge der „Herzwochen“ sowohl in Gosheim als auch in Tuttlingen hervor. Die Ärztinnen des Klinikums Landkreis Tuttlingen (KLT) freuten sich sowohl im Gosheimer Rathaus als auch tags darauf im Aesculapium über ein großes Auditorium, dass sich sehr für das Thema „Gesunde Gefäße, gesundes Herz“ interessierte.
Tatsächlich sind gesunde Herzkranzgefäße elementar, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Diese haben nach wie vor einen dominierenden Einfluss auf die Sterblichkeit in Deutschland, und nach den Zahlen des aktuellen Deutschen Herzberichts sind Durchblutungsstörungen durch Herzkranzgefäßverengungen noch immer die häufigste Todesursache. In diesem Zusammenhang erklärte Dr. Julia Schumm, Chefärztin der Tuttlinger Kardiologie, wie wichtig es ist, Risikofaktoren auszuschalten, um so die koronare Herzkrankheit und damit einen möglichen Herzinfarkt zu vermeiden. Das hohe Schadenspotenzial der koronaren Herzkrankheit, die infolge verkalkter Gefäße entsteht, wird häufig nicht oder zu spät ernst genommen – „Hoher Blutdruck und hohes Cholesterin tun nicht weh“, weiß Dr. Schumm und animierte ihrer Zuhörerschaft bewusst zu leben und gut auf sich zu achten.
Dazu gehören im Wesentlichen Bewegung und gesunde Ernährung, Nichtrauchen und mäßiges Trinken. Denn Übergewicht, Diabetes, hohes Cholesterin, Nikotin- und Alkoholkonsum und vor allem Bluthochdruck sind schädlich; letzterer verschleißt die Gefäße, vermehrte Ablagerungen sind die Folge. Wenn sich ein Blutgefäß zusetzt, kann der Betroffene einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden.
Interessant: Die Risikofaktoren sind noch nicht allzu lange bekannt, wie Dr. Schumm am Beispiel des früheren US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt deutlich machte. Der starb 1945 infolge eines unbehandelten Bluthochdrucks an einer Hirnblutung, nachdem stark erhöhter Druck ein Blutgefäß zum Platzen gebracht hatte. Und zwar unter den Augen seines Leibarztes, der die hohen Blutdruckwerte seines Patienten in aller Seelenruhe fein säuberlich dokumentiert hatte ... weil man damals noch nicht wusste, welche Gefahren Bluthochdruck nach sich zieht.
Die moderne Medizin heute ist natürlich weiter; doch die Volkskrankheit Bluthochdruck haben viele nicht auf dem Schirm – obwohl sie selbst davon betroffen sind. Über 20 Millionen erwachsene Deutsche leiden darunter: Ihr Blutdruck ist zu hoch, liegt also über 140 zu 90. Und vielen von ihnen sei das gar nicht bewusst sei, wie Chefärztin Dr. Schumm mutmaßt.
Vor allem Ältere sind laut Statistik gefährdet: Bei den über 70-Jährigen leiden drei von Vieren unter Bluthochdruck und haben damit ein erhöhtes Risiko, dass sich Gefäße verschließen. Dr. Schumm und Dr. Maier und ihr Kadiologie-Team am Klinikum Landkreis Tuttlingen behandeln etwa 1000 Patientinnen und Patienten pro Jahr am Herzkathetermessplatz. Hier ermitteln sie mit Hilfe eines dünnen Schlauchs, der über Blutgefäße zum Herzen geführt wird, ob Koronararterien zugekalkt sind. Ist dies der Fall, werden diese mit Hilfe eines kleinen im Katheter integrierten Ballons aufgedehnt, der im Körper des Patienten extrem hart aufgepumpt wird. Anschließend kann ein Stent gesetzt werden, ein kleines zylindrisches Metallgittergeflecht, das – erst einmal richtig eingewachsen – das Gefäß offenhält. Dr. Corinna Maier zeigte anhand von Videoaufnahmen, wie die Ärzte den Katheter einführen, und was sie dabei zu sehen bekommen.
Viele Betroffene denken nach einer erfolgreichen Behandlung, sie seien wieder gesund, weil sie keine Beschwerden mehr haben. Es fehlt nicht selten am Bewusstsein, dass eine koronare Herzkrankheit eine chronische Herzerkrankung ist, und dass sie deshalb ihren Lebensstil ändern sowie dauerhaft ihre Medikamente einnehmen müssen.
Deshalb dankte Armin Hermann, Beauftragter der Deutschen Herzstiftung für die Region Tuttlingen, den beiden Ärztinnen für deren Vortragsarbeit, die dasselbe Ziel verfolge wie die Arbeit der Herzstiftung, nämlich die Menschen für Herzgesundheit zu sensibilisieren. Hermann lobte das Klinikum Landkreis Tuttlingen, das die Bevölkerung gut versorge und die zentrale Anlaufstelle bei Gesundheitsproblemen sei.
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